Presse | Verein | Gesch�ftsstelle | Kontakt

Startseite > Presseservice

HNA-Interview vom Dienstag, 10. April 2001
Stadtmarketing-Gesch�ftsf�hrer Rainer Hesse:
Wer schnelle Erfolge will, soll Holz hacken gehen

100 Tage ist Rainer Hesse heute als Gesch�ftsf�hrer des Stadtmarketingvereins Northeim im Amt. Er steht vor der Aufgabe, eine Flut von Ideen zu strukturieren und zu kanalisieren.


Foto: Wolfgang Rink
Arbeitsfr�hst�ck in der Northeimer HNA-Redaktion mit Stadtmarketing-Gesch�ftsf�hrer Rainer Hesse. Das Bild zeigt von links Redakteure Axel G�decke, Bernd M. Schlegel, Gesch�ftsf�hrer Hesse, Redaktionsleiter Hans J. Fisseler und Hans-Joachim Oschmann.

Northeim. Er vertritt die Interessen von rund 80 Stadtmarketing-Mitgliedern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Sein Stadtmarketing-Verein wird jeweils zur H�lfte aus der privaten Wirtschaft und aus dem Stadthaushalt finanziert. Im HNA-Interview erl�utert Northeims Stadtmarketing-Gesch�ftsf�hrer Rainer Hesse, was er in den ersten 100 Tagen seiner Arbeit in Northeim an Erkenntnissen gewonnen hat und wie es in der Zukunft weitergehen soll.

HNA: Herr Hesse, was war f�r Sie das herausragende Ereignis seit Ihrem Amtsantritt?

Hesse: Man kann so etwas nicht an einem Ereignis festmachen. Es hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine ganze Reihen von Dingen gegeben, die f�r mich sehr wichtig waren. Als erstes m�chte ich einmal sagen: Es gibt keine gr��ere Unzufriedenheit als die der B�rger mit ihrer Stadt.

HNA: Aber bitte: Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis �ber Northeim?

Hesse: Ich habe vorher in Cottbus im Citymanagement gearbeitet und habe mich jetzt hier in den Nachbarst�dten Einbeck, Holzminden und Seesen umgesehen. Und dabei habe ich festgestellt: Die Innenstadtprobleme sind �berall gleich.

HNA: Wer so ein Amt in einer f�r ihn relativ fremden Stadt antritt, der muss sich erst einmal sachkundig machen. Wie haben Sie das getan?

Hesse: Ich habe Antrittsbesuche gemacht. 48 unserer Mitglieder habe ich bereits besucht, habe mir ihre Sorgen angeh�rt und eine Flut von Ideen und Anregungen mitgenommen. Diese Antrittsbesuche werde ich solange fortsetzen, bis ich mit allen unseren Mitgliedern ein pers�nliches Gespr�ch gef�hrt habe.

HNA: Und wie sieht es mit den bisherigen Arbeitskreisen des Stadtmarketingvereins aus? Sollen sie weiter bestehen?

Hesse: Diese Arbeitskreise sind unverzichtbar. Hier wird die wichtigste Arbeit geleistet. Die drei Arbeitskreise Innenstadt, Weihnachtsmarkt und Klostermarkt sind quasi Fachaussch�sse, in denen unsere Mitglieder mit hoher Fachkompetenz arbeiten. Der Arbeitskreis Innenstadt trifft sich einmal im Monat zu Beratungen.

HNA: Wie will der Stadtmarketingverein in n�chster Zeit die Aufmerksamkeit der Bev�lkerung auf sich lenken?

Hesse: Die Aufgabe der n�chsten Zeit wird es sein, die bew�hrten Aktionen der vergangenen Jahre fortzusetzen. Die Tulpenaktion dieses Jahr geh�rte bereits dazu. Weiter geht es dann mit dem Weinfest, mit der kulinarischen Aktion „Northeim isst gut“, mit dem Klostermarkt und mit dem Weihnachtsmarkt. Au�erdem ist der Stadtmarketingverein mit von der Partie bei der Autoschau NOM-MOT und beim Stadtlauf.

HNA: Sind dar�ber hinaus noch weitere Feste, Feiern und Veranstaltungen vom Stadtmarketing in der Innenstadt geplant?

Hesse: Es hat wenig Sinn, einen Event-Overkill zu organisieren. Nicht die Masse an Festen bringt das erw�nschte Leben in die Innenstadt, es muss schon etwas besonderes sein. Deshalb haben wir im Arbeitskreis Innenstadt den Mut gefunden, zwei Veranstaltungen k�nftig wegfallen zu lassen: Das Spargelfest/Erdbeerfest und das Maifest. Wir wollen uns auf die Fest konzentrieren, die gut laufen und sich weiter entwickeln lassen.

HNA: Wie sehen die Pl�ne des Stadtmarketings f�r eine mittel- und langfristige Entwicklung der Northeimer Innenstadt aus?

Hesse: Im Jahr 2002 wird es weitere Projekte geben, ohne dass ich jetzt schon Einzelheiten nennen m�chte. Unsere Ziele haben wir in drei Kategorien eingeteilt: 1. Veranstaltungen, 2. Antworten finden auf die Frage: Was k�nne wir Einzelh�ndler, wir Gastronomen, wir Dienstleister f�r unsere Innenstadt tun?, 3. Was k�nnen Andere tun, um unsere Innenstadt weiter zu beleben?

HNA: Was wollen denn die Einzelh�ndler, die Gastronomen, die Dienstleister ganz konkret tun?

Hesse: Als erstes ist es sicher ganz wichtig, dass wir in der Innenstadt zu gemeinsamen �ffnungszeiten kommen. Dann wollen wir an den beiden verkaufsoffenen in Northeim die Laden�ffnungszeiten um eine Stunde erweitern. Bisher waren die Gesch�fte an den verkaufsoffenen Sonntagen von 14 Uhr bis 18 Uhr ge�ffnet, in Zukunft sollen die L�den schon um 13 Uhr ge�ffnet werden.

HNA: Warum gibt es in Northeim nur zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr, wo doch das Ladenschlussgesetz vier Sonntage gestattet?

Hesse: Ich bin auch ein Fan von vier verkaufsoffenen Sonntagen. Leider liegen in Northeim zwei Termine noch brach. Ich denke, vier Sonntage m�ssen einfach mitgenommen werden, weil der Einzelhandel sich den Kunden zeigen muss, die seit Monaten und Jahren nicht mehr in Northeimwaren.

HNA: Was m�chten Sie antworten, wenn wir Sie in einem Jahr nach ihrem sch�nsten Erfolg fragen?

Hesse: Dass wir weniger von einzelnen Werbegemeinschaften in der Stadt Northeim sprechen, sondern vielmehr vom „Dach Stadtmarketing“ unter dem sich alle aktiven Unternehmer, die etwas in ihrer Stadt verbessern wollen, vereinen. Und dass wir weggekommen sind von der Innenstadtlastigkeit in unseren Diskussionen.

HNA: Beschreiben Sie Ihre Rolle als Gesch�ftsf�hrer im Stadtmarketingverein.

Hesse: Ich bin Moderator und Motivator. Ich brauche den st�ndigen Input der Vereinsmitglieder. Aktionismus ist nicht meine Sache. Ich kann nicht bestimmen, wo es lang geht, jedes einzelne Mitglied muss von der Richtigkeit der Ma�nahmen �berzeugt sein. Stadtmarketing ist eine ortsbezogene Interessenvertretung f�r unsere Stadt Northeim. Und ich bin nicht ein David Copperfield, der durch Zauberei alles in Ordnung bringt. Gefragt sind die Northeimer Unternehmen. Ich biete mit dem Stadtmarketing-Verein Hilfe zur Selbsthilfe.

HNA: Wie will der Stadtmarketingverein die Diskussion �ber die Zukunft der Northeimer Fu�g�ngerzone f�hren?

Hesse: Die Diskussion Ja oder Nein zur Fu�g�ngerzone kommt auf uns zu. Ob in Northeim eine �ffnung der Fu�g�ngerzone sinnvoll ist, entscheidet sich im Arbeitskreis Innenstadt des Stadtmarketing Vereins. Ich pers�nlich denke: Wir sollten es probieren.

HNA: Habe Sie ein Motto f�r Ihre Arbeit?

Hesse: Ich halte es da mit Albert Einstein, der einmal gesagt haben soll: „Wer schnelle Erfolge will, soll Holz hacken gehen“.

Zur Person
Rainer Hesse ist in H�xter geboren und 31 Jahre alt. Schon w�hrend des Studiums der Raumplanung an der Universit�t Dortmund war er in verschiedenen Planungsb�ros t�tig. Die Pr�fung zum Diplom-Ingenieur Raumplanung legte er 1997 ab, die Diplomarbeit schrieb er �ber die Innenstadtentwicklung von Holzminden. Seit Mai 1998 war er im Citymanagement Cottbus t�tig, am 1. Januar 2001 trat er seinen Posten als Gesch�ftsf�hrer des Stadtmarketings e.V. in Northeim an.


Foto:
Wolfgang Rink
Rainer Hesse, als Gesch�ftsf�hrer Moderator und Motivator des Northeimer Stadtmarketing-Vereins.

Das Interview mit Stadtmarketing-Gesch�ftsf�hrer Rainer Hesse wurde von den HNA-Redakteuren Hans J. Fisseler, Bernd M. Schlegel, Axel G�decke und Hans-J. Oschmann gef�hrt. Dokumentation: Hans j. Fisseler.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der HNA Northeimer Neueste Nachrichten. Die HNA im Internet: www.hna.de

 

� Stadtmarketing Northeim e.V. 2001
Gesch�ftsstelle